Insolvenz allgemein - Internationale Rechts- und Steuerberatung

Insolvenz allgemein

Zahlungsschwierigkeiten bei Kunden oder externen Partnern, eine schwere Krankheit, Forderungsausfall oder Auswirkungen einer Wirtschaftskrise können jedes Unternehmen und jede Privatperson treffen.

Im Falle von Zahlungsschwierigkeiten sollten Unternehmer und Privatpersonen genau wissen, was auf sie zukommt und wie sie durch Ursachenbekämpfung eine Insolvenz vermeiden können. Tritt das unvermeidbare Ereignis ein gibt es zahlreiche Möglichkeiten um sich von den Schulden zu befreien und den Grundstein für einen Neubeginn zu legen.

Jeder Unternehmer ist gut beraten, wenn er bereits die ersten Anzeichen für eine drohende Zahlungsunfähigkeit erkennen kann und in der Lage ist, schnell zu handeln.

Sollten Sie erste Anzeichen von Schwierigkeiten im Geschäftsablauf bemerken, die möglicherweise zu einer Insolvenz führen können, stehen wir Ihnen beratend zur Seite. Es bestehen auch ohne ein Insolvenzverfahren zahlreiche Möglichkeiten, um das Ruder herumzureißen. So kann durch Kostensenkung, Liquiditätsstärkung, Ertragsoptimierung, Zuführung von neuem Kapital, Stundungsvereinbarungen, sowie Quotenvergleiche ein Abgleiten des Unternehmens in die Insolvenz verhindert werden.

Erst wenn derartige Maßnahmen nicht mehr helfen, ist über einen sinnvollen Einsatz von Schuldbefreiungstechniken aus dem Insolvenzrecht inländisch als auch europäisch zu denken.

Wann liegt nun eine Insolvenz vor?

Von einer Insolvenz wird dann gesprochen, wenn ein Unternehmer als Schuldner seinen laufenden Zahlungsverpflichtungen gegenüber seinen Gläubigern nicht mehr nachkommen kann. Die Insolvenz tritt bei einer Überschuldung sowie bei Mangel der finanziellen Liquidität auf. Nach der deutschen Insolvenzordnung gibt es zwei Möglichkeiten der Insolvenz. Zum einen die Regelinsolvenz und zum anderen die Verbraucherinsolvenz für Personen die nie selbstständig tätig waren. Ein Regelinsolvenzverfahren kommt grundsätzlich in Betracht bei aktiver gewerblicher Tätigkeit sowie ehemaliger gewerblicher Tätigkeit sofern Forderungen aus Arbeitsverhältnissen, oder mindestens 20 Gläubiger bestehen.

Dabei ist immer zu unterscheiden, zwischen Einzelunternehmen, Verbrauchern und Kapitalgesellschaften.

Was vielen Betroffenen nicht bekannt ist, dass gerade für selbstständige Unternehmer verschiedene Maßnahmen möglich sind. Beispielhaft führen wir auf:

Auffanggesellschaft vor Regelinsolvenz

Hier überträgt der Unternehmer den Geschäftsbetrieb vor der Insolvenz auf eine neue Gesellschaft (Transfergesellschaft).

Schutzschirmverfahren mit Eigenverwaltung

Mit Zustimmung des Gerichts sanieren Sie Ihr Unternehmen in Eigenverwaltung und einem Sanierungsberater der an Ihrer Seite steht. Am Schluss des Schutzschirmverfahrens steht ein Insolvenzplan.

Übertragende Sanierung

Sie führen Ihr Unternehmen in die Insolvenz. Später kaufen Sie das Unternehmen vom Insolvenzverwalter zurück. Schließlich kennen Sie Ihr Unternehmen am besten. Die entsprechenden Mittel werden durch Kapitalgeber gesichert. Dies kann auch zusammen mit einem Investor erfolgen. Selbstverständlich besteht auch die Möglichkeit für einen Investor zu arbeiten.

Freigabe des Geschäftsbetriebes aus der Insolvenzmasse

Dies heißt, dass zunächst ein Regelinsolvenzverfahren eingeleitet werden muss. Dann ist mit dem Insolvenzverwalter zu verhandeln über die Freigabe des Geschäftsbetriebes. Mit dem Insolvenzverwalter wird eine feste monatliche Rate vereinbart, die an den Insolvenzverwalter abgeführt werden muss. Dies ist ein wesentlicher Vorteil gegenüber der Anwendung einer starren Pfändungstabelle, die im Rahmen eines regulären Insolvenzverfahrens zur Anwendung gelangt. Da die Restschuldbefreiungszeiten innerhalb der europäischen Union unterschiedlich lang sind und Deutschland eine der letzten Plätze belegt besteht die Möglichkeit durch Verlagerung des Lebensmittelpunkts nach England, Irland oder Lettland nach Geschäftsaufgabe oder auch als Verbraucher ein ausländisches Insolvenzverfahren zu absolvieren.

Die einzelnen Verfahren sind auf unserer Internetseite dargestellt.