Steuerinfo Schweiz - Internationale Rechts- und Steuerberatung

Steuerinfo Schweiz

1. Gewinn- und Kapitalsteuern

1.1 Steuerpflichtige Gesellschaften

Die Gewinnsteuer juristischer Personen wird auf dem Reingewinn von schweizerischen Kapitalgesellschaften, Genossenschaften, Vereinen, Stiftungen und übrigen juristischen Personen erhoben. Gewinne aus ausländischen Immobilien oder aus einer ausländischen Betriebsstätte/Zweigniederlassung werden vom steuerbaren Gewinn ausgenommen.

Ausländische Unternehmen mit einer Zweigniederlassung, Liegenschaft oder Geschäftsbetrieb in der Schweiz werden nur für jenen Teil des Gewinns besteuert, der in der Schweiz erzielt worden ist.

1.2 Ansässigkeit

Ein in der Schweiz gegründetes Unternehmen ist grundsätzlich unbeschränkt steuerpflichtig. Außerdem sind ausländische juristische Personen in der Schweiz unbeschränkt steuerpflichtig, wenn sich ihre tatsächliche Verwaltung in der Schweiz befindet.

1.3 Steuersätze

Die Gewinnsteuer in der Schweiz wir vom Bund, den Kantonen sowie den Gemeinden erhoben. Die Steuern können vom Gewinn in Abzug gebracht werden.

Die Gewinnsteuer der Kapitalgesellschaften und Genossenschaften beträgt auf Bundesebene 8,5 % des Gewinns nach Steuern.

Die Höhe der kantonalen und kommunalen Gewinnsteuer ist in jedem Kanton und in jeder Gemeinde unterschiedlich. Dazu wird zuerst die einfache Staatssteuer festgelegt. Sie beträgt z. B. im Kanton Schwyz 2,25 % des Reingewinns (Kanton Zürich: 8 %). Anschließend wird die einfache Staatssteuer mit dem Kantonalen Steuerfluss sowie mit dem jeweiligen Gemeindesteuerfluß multipliziert. Dies ergibt den effektiven Steuersatz.

Im Kanton Schwyz beträgt die effektive Gesamtsteuerbelastung im Durchschnitt ca. 14 % (Freienbach 11,8 %) auf dem Gewinn vor Steuern.

1.4 Steuerbare Einkünfte

Bei persönlicher Zugehörigkeit (Sitz oder tatsächliche Verwaltung in der Schweiz) ist die Steuerpflicht unbeschränkt. Es muss somit das Total aller Einkünfte und Gewinne deklariert werden.

Juristische Personen, die weder ihren Sitz noch die tatsächliche Verwaltung in der Schweiz haben, sind aufgrund wirtschaftlicher Zugehörigkeit steuerpflichtig, wenn sie:

- In der Schweiz Betriebsstätten oder Zweigniederlassungen unterhalten;

- Teilhaber von schweizerischen Geschäftsbetrieben sind;

- An Grundstücken in der Schweiz Eigentum, dingliche oder diesen wirtschaftlich gleichkommende persönliche Nutzungsrechte haben;

- Gläubiger oder Nutznießer von Forderungen sind, die durch Grund- oder Faustpfand auf Grundstücken in der Schweiz gesichert sind;

- In der Schweiz gelegene Liegenschaften vermitteln oder damit handeln.

1.4.1 Abzugsfähige Aufwendungen

Geschäftsmäßig begründeten Kosten können als Aufwendungen abgezogen werden. Beispielsweise sind dies geschäftsmäßig begründete Abschreibungen auf Aktiven, Schuldzinsen auf Darlehen mit Nahestehenden unter gewissen Voraussetzungen sowie Gebühren und Steuern.

1.4.2 Nicht abzugsfähige Aufwendungen

Zu den nicht abzugsfähigen Aufwendungen zählen Kosten, die nicht zum geschäftsmäßig begründeten Aufwand gehören. Dazu gehören u.a. auch Steuerbußen, verdeckte Gewinnausschüttungen oder Rückstellungen für zukünftige Steuerforderungen.

1.4.3 Rückstellungen

Eine Unterbewertung des Warenlagers von 1/3 der Anschaffungs- oder Herstellkosten (bzw. des Marktwertes, falls tiefer) ist bei der Bilanzierung möglich. Gewissen Pauschalrückstellungen für mögliche zukünftige Verluste sind erlaubt, z. B. ist eine Delkredere-Rückstellung von mindestens 5 % auf inländische und 10 % auf ausländische Forderungen zulässig. Zudem erlauben viele Kantone pauschale Rückstellungen für Großreparaturen von Liegenschaften.

1.5 Verlustverrechnung

Vom Reingewinn der Steuerperiode können sowohl bei den Bundessteuern als auch bei den kantonalen Steuern Verluste aus den sieben der Steuerperiode vorangegangenen Geschäftsjahren abgezogen werden. Betriebsverluste können mit Erträgen aus Grundstücken in der gleichen Steuerperiode verrechnet werden.

1.6 Steuererleichterungen

Solche Erleichterungen sind: Steuerrulings (vgl. weiter unten), die spezielle Besteuerungskonditionen vorsehen, teilweise Steuerbefreiung für neu gegründete Unternehmen, oder Unternehmen, die einen Umstrukturierungsprozess vollziehen.

1.7 Konzernbesteuerung

1.7.1 Fiskaleinheit

Das Konzept der Besteuerung eines konsolidierten Konzerns oder einer Unternehmensgruppe ist nach schweizerischem Steuerrecht nicht möglich. Jedes Unternehmen tritt als eigenes Steuersubjekt auf und füllt eine eigene Steuererklärung aus.

1.7.2 Beteiligungsabzug

Ist eine Kapitalgesellschaft oder Genossenschaft zu mindestens 10 % am Grund- oder Stammkapital einer anderen Gesellschaft beteiligt oder macht ihre Beteiligung an solchem Kapital einen Verkehrswert von mindestens 1 Millionen Franken aus, ermäßigt sich die Gewinnsteuer von Bund, Kanton und Gemeinde im Verhältnis des Nettoertrags aus diesen Beteiligungen zum gesamten Reingewinn. Somit sind solche qualifizierten Beteiligungserträge im Wesentlichen steuerfrei.

1.7.3 Kapitalgewinne

Bei den Kantonalen und den Bundessteuern ist ein Gewinn aus dem Verkauf oder Tausch von Aktiven oder ordentlichen steuerbar. Als Grundlage für die Berechnung des Gewinns dient im Allgemeinen der Steuerwert des Aktivums, dies ist in der Regel der Buchwert. Es bestehen allerdings folgende Ausnahmen:

- Kapitalgewinne aus der Veräußerung von Beteiligungen können von den gleichen Vorteilen wie Dividenden profitieren. Vorausgesetzt werden eine Veräußerung einer Beteiligung von mindestens 10 % sowie eine Haltedauer von mindestens 1 Jahr. Dabei ist die Differenz zwischen Verkaufspreis und den Gestehungskosten steuerlich privilegiert.

- Gewinne aus der Veräußerung von Aktiven können von der Steuer ausgenommen werden, sofern sie dazu verwendet werden, die veräußerten Werte innerhalb des Geschäftsjahres zu ersetzen, oder wenn entsprechende temporäre Rückstellungen gebildet werden.

1.7.4 Missbrauchsvorschriften

Die Schweiz hat zahlreiche Doppelbesteuerungsabkommen mit Drittstaaten abgeschlossen, mit dem Ziel, internationale Doppelbesteuerungen zu vermeiden. Um den Missbrauch dieser Bestimmungen vorzubeugen, hat die Schweiz verschiedene unilaterale Maßnahmen getroffen, wonach der Steuerpflichtige bestimmte Bedingungen erfüllen muss, um von Steuerentlastungen von an der Quelle erhobenen Steuern aufgrund der schweizerischen Doppelbesteuerungsabkommen profitieren zu können.

1.7.5 Verdecktes Eigenkapital

Die Eidg. Steuerverwaltung veröffentliche im Juni 1997 ein Kreisschreiben, in dem Mindestrichtlinien über den Bestand von Eigenkapital festgelegt werden. Demnach müssen die Aktiven zu Verkehrswerten mit Eigenkapital gesichert sein, damit der Drittvergleich als eingehalten gilt (safe-haven rule):

- 20 – 30 % der Immobilien

- 50 % des übrigen Anlagevermögens

- 15 % der Vorräte und anderen kurzfristigen Forderungen

- 30 % der Beteiligungen an Tochtergesellschaften

- 40 % der börsenkotierten Aktien

- 50 % der nicht-kotierten Aktien und übrigen Beteiligungen

Dem Steuerpflichtigen ist es möglich, abweichende Prozentwerte anzuwenden, wenn er beweisen kann, dass die Finanzierung zu marktüblichen Bedingungen erfolgt. Soweit die ausgewiesenen Schulden das zulässige Fremdkapital übersteigen, ist – im Umfang von Schulden gegenüber Nahestehenden – verdecktes Eigenkapital anzunehmen, dass der Kapitalsteuer unterliegt. Zum steuerbaren Gewinn gehören zudem jene Schuldzinsen, die auf den Teil des Fremdkapitals entfallen, das verdecktes Eigenkapital darstellt.

1.8 Kapitalsteuer

Zusätzlich zur Gewinnsteuer entrichten juristische Personen auch eine Kapitalsteuer (nur kantonal). Die Steuer wird aufgrund des steuerbaren Kapitals berechnet. Der Steuersatz variiert ja nach Kanton zwischen 0,05 % und 1,5 %. In einigen Kantonen entfällt die Kapitalsteuer, sofern diese geringer als die Gewinnsteuer ist.


2. Verrechnungsdauer

Auf folgende Erträge wird eine Verrechnungssteuer von 35 % erhoben:

- Dividenden von in der Schweiz ansässigen Unternehmen

- Zinserträge von über 200 Franken auf Bankkonten

- Zinsen von öffentlichen Anleihen

- Schuldverschreibungen

- Weitere von einem in der Schweiz ansässigen Leiher ausgegebener Schuldverpflichtungen

Auf gewöhnlichen Darlehen, z. B. Darlehen von Konzerngesellschaften, wird in der Regel keine Verrechnungssteuer erhoben. Für Unternehmen mit Sitz in der Schweiz ist die Verrechnungssteuer vollständig rückforderbar oder kann im Meldeverfahren abgewickelt werden. Ausländische Unternehmen können die Verrechnungssteuer dann zurückfordern, wenn sie in einem Land ansässig sind, das mit der Schweiz ein Doppelbesteuerungsabkommen unterzeichnet hat. Unternehmen, welche die Zinsen oder Dividenden auszahlen, müssen die Verrechnungsdauer von 35 % in der Regel direkt vom Bruttobetrag abziehen und der Eidg. Steuerverwaltung überweisen. Verrechnungssteuerguthaben bei der Eidg. Steuerverwaltung können für die letzten drei Jahre zurückgefordert werden.

Geldwerte Leistungen (bzw. verdeckte Gewinnausschüttungen) unterliegen ebenfalls der Verrechnungssteuer. Solche geldwerten Leistungen können sich z. B. aus einer fehlenden oder zu geringen Verzinsung der Darlehen an Aktionäre oder ihnen nahestehende Personen, aus zu hohen Einkaufspreisen für Vermögenswerte, Gebühren oder anderen Vergütungen an Aktionäre oder ihnen nahestehende Personen entstehen, sofern dafür nicht der marktübliche Preis bezahlt wurde.

Seit dem 01.07.2005 hat der Steuerpflichtige die Möglichkeit Art. 15 des Zinsbesteuerungsabkommens zwischen der Schweiz und der Europäischen Union anzuwenden, das sich an die EU-Mutter-Tochter-Richtlinie anlehnt. Diese Regelung sieht vor, dass auf Dividenden von qualifizierten Beteiligungen unter gewissen Voraussetzungen keine Verrechnungssteuer erhoben wird.


3. Mehrwertsteuer

Die Mehrwertsteuer ist eine Verbrauchssteuer, wobei die Unternehmen die Steuer einziehen. Die Unternehmen zahlen den Lieferanten Vorsteuern auf den Einkäufen; beim Verkauf schlagen sie die Umsatzsteuer zum Nettopreis hinzu. Die effektive Steuerlast wird aus der Differenz zwischen Umsatzsteuer und Vorsteuer ersichtlich. Diese hat der Steuerpflichtige der Eidg. Steuerverwaltung zu bezahlen. Ein Unternehmen, bei dem der Betrag der Vorsteuer jeden der Umsatzsteuer übersteigt, ist berechtigt, die Differenz zurückzufordern.

Ein Unternehmen wird mehrwertsteuerpflichtig, wenn der jährliche steuerbare Gesamtumsatz mehr als 100.000 Franken beträgt.

Zusätzlich müssen auch nicht mehrwertsteuerpflichtige Unternehmen eine Bezugssteuer abliefern, wenn der Bezug von Dienstleistungen aus dem Ausland den jährlichen Betrag von 10.000 Franken übersteigt.

3.1 Steuersätze

Ab. 01.01.2011 belaufen sich die Mehrwertsteuersätze auf:

- 8,0 %: Normalsatz

- 2,5 %: reduzierter Satz auf Nahrungsmittel, Getränke, landwirtschaftliche Erzeugnisse, Medikamente und Zeitungen

- 3,8 %: Spezialsatz auf Beherbergungsleistungen


Auf dem Export von Waren und Dienstleistungen wird keine Steuer erhoben.


4. Einkommenssteuer natürliche Personen

Natürliche Personen mit Wohnsitz oder Aufenthalt in der Schweiz unterstehen auf Bundes-, Kantons- und Gemeindeebene der Besteuerung des weltweiten Einkommens. Nicht besteuert werden die Erträge aus ausländischen Immobilien, Geschäftsbetrieben und Betriebsstätten. Allerdings werden diese für die Bestimmung des Steuersatzes mitberücksichtigt. Private Kapitalgewinne, mit Ausnahme von Kapitalgewinnen auf Liegenschaften, sind in der Regel steuerfrei. Diverse ausländische Einkommen sind aufgrund der bestehenden Doppelbesteuerungsabkommen von der Besteuerung ausgenommen.

Einen steuerlichen Wohnsitz wird mit der Absicht des dauernden Verbleibens begründet. Zudem kann ein Aufenthalt in der Schweiz während mindestens drei Monaten (ohne Erwerbstätigkeit) oder während mindestens einem Monat (mit Erwerbstätigkeit) eine unbeschränkte Steuerpflicht auslösen.

4.1 Steuersätze

Die Einkommenssteuer ist in der Regel progressiv ausgestattet. Sie ist in jedem Kanton und in jeder Gemeinde unterschiedlich hoch. Die folgende Übersicht zeigt die prozentmäßige Steuerbelastung der Einkommenssteuer in der Gemeinde Schwyz für das Jahr 2012:


Steuerbares Einkommen in CHF Einkommenssteuer für Alleinstehende in % Einkommenssteuer für Verheiratete in %
100.000 13,3 10,8
150.000 16,1 14,0
200.000 18,2 16,8
250.000 19,6 18,5
300.000 20,4 19,7
500.000 22,1 21,8
700.000 22,9 22,6
1.000.000 23,0 23,0

5. Andere Steuern

5.1 Emissionsabgabe

Bei der Ausgabe oder Erhöhung des Nennwertes von inländischen Beteiligungen in Form von Aktien oder Stammeinlagen wird ab einer Freigrenze von 1 Million Franken eine Emissionsabgabe von 1 % erhoben. Zudem unterliegen verdeckte und offene Zuschüsse in das Eigenkapital der Emissionsabgabe.

Die Begründung oder Erhöhung von Beteiligungsrechten im Zusammenhang mit Fusionen, Umwandlungen oder ähnlichen Handlungen sind von der Steuer befreit.

5.2 Umsatzabgabe

Der Bund erhebt eine Umsatzabgabe auf Käufen, Verkäufen und Vermittlungen von in- und ausländischen Wertpapieren, die von inländischen Effektenhändlern (Banken, andere Finanzinstitute, Manager von Investmentfonds, Unternehmen die Wertpapiere mit einem Buchwert von mehr als 10 Millionen Franken erhalten usw.) getätigt werden.

Geschäfte mit den folgenden Wertpapieren unterliegen der Umsatzabgabe: Wertschriften, Anleihen, Schuldverschreibungen und Schuldscheine. Der Steuersatz auf dem Entgelt beträgt 0,15 % für inländische Wertpapiere und 0,30 % für ausländische Wertpapiere. Der Steuerbetrag wird üblicherweise zwischen dem Käufer und dem Verkäufer hälftig geteilt.


5.3 Grundstücksgewinnsteuer


Gewinne aus dem Verkauf von in der Schweiz gelegenen Liegenschaften oder Gewinne aus dem Verkauf von Mehrheitsbeteiligungen an Immobiliengesellschaften unterliegen der so genannten Grundstücksgewinnsteuer. Die Steuer wird auf der Differenz zwischen dem Verkaufserlös und den Anlagekosten erhoben. Die Steuersätze variieren je nach Kanton und Haltedauer.


5.4 Erbschafts- und Schenkungssteuer

Die meisten Kantone erheben eine Erbschafts- und Schenkungssteuer, wobei die direkten Nachkommen mit wenigen Ausnahmen von der Steuer befreit sind. In der Regel wird die kantonale Erbschaftssteuer auf dem gesamten Nachlass des Verstorbenen erhoben, sofern dieser seinen letzten Wohnsitz in der Schweiz hatte. Die Steuersätze variieren je nach Verwandtschaftsgrad zwischen Erblasser und Erben und sind abhängig vom besteuernden Kanton.

6. Frist zur Einreichung der Formulare

6.1 Steuererklärung juristische und natürliche Personen

Grundsätzlich läuft die Frist zur Einreichung der Steuererklärung bis im März oder April. Die Fristen variieren je nach Kanton. Ein Gesuch um Fristverlängerung kann bei der zuständigen Steuerverwaltung eingeholt werden.

6.2 Mehrwertsteuerabrechnung

Die Mehrwertsteuerabrechnung wird in der Regel quartalsweise erstellt. Die jeweilige Abrechnung muss innert 60 Tagen nach Ende des Quartals bei der Eidg. Steuerverwaltung eingereicht werden.

6.3 Verrechnungssteuer

Die Verrechnungssteuer ist innert 30 Tagen nach Fälligkeit der steuerbaren Leistung (z. B. Dividendenausschüttung) zu melden und/oder zu bezahlen.

7. Verzugszinsen und Steuerbussen

Steuerbußen für das zu späte Einreichen der Steuererklärung können bis zu 1.000 Franken betragen. In schweren oder Wiederholungsfällen kann die Strafe bis auf 10.000 Franken erhöht werden.

Die Verzugszinsen sind in den kantonalen Steuergesetzen geregelt. Sie werden laufend dem aktuellen Zinsniveau angepasst.

8. Spezielles

8.1 Steuererleichterungen

In den meisten Kantonen kann die Regierung Steuererleichterungen für die Belange der kantonalen Gewinnsteuern vorsehen. Dies ist möglich für Unternehmen, die neu eröffnet werden und dem volkswirtschaftlichen Interesse des Kantons dienen. Die Gewährung von Steuererleichterungen wird an Bedingungen und Auflagen geknüpft. Sie mindern entweder die Steuersätze, oder schließen ein bestimmtes Einkommen von der Besteuerung aus. Für die direkte Bundessteuer sind in der Regel keine Steuererleichterungen möglich.

8.2 Prinzipalgesellschaften

Der Status einer Prinzipalgesellschaft, der für die Kantons- und Gemeindesteuern sowie für die direkten Bundessteuern gilt, wird Unternehmen erteilt, die in der Schweiz innerhalb einer internationalen Gruppe regionale Funktionen übernehmen. Der Verkauf der Waren im Ausland wird auf Kommissionsbasis abgewickelt.

Entsprechend verkaufen diese Prinzipalgesellschaften in ihrem Namen aber für Rechnung der Unternehmensgruppe. Sie können mit einer ständigen Betriebsstätte im Ausland verglichen werden, der ein Teil des Verkaufserlöses zugeschrieben wird. Üblicherweise sind die Erträge der Prinzipalgesellschaft Warenverkäufe, außer die Prinzipalgesellschaft stellt die Produkte her. Sollte dies der Fall sein, werden 30 % des Gewinns der Fertigungsabteilung und die restlichen 70 % der Verkaufsabteilung zugeteilt. Beim Bund werden lediglich 50 % des Gewinns aus der Verkaufsabteilung besteuert. Die Gewinne, die der Fertigung zugeordnet sind, sind in der Schweiz voll steuerbar.

8.3 Domizilgesellschaften/Gemischte Gesellschaften

Den Status einer Domizilgesellschaft können Schweizer Gesellschaften geltend machen, die in der Schweiz eine Verwaltungstätigkeit, aber keine Geschäftstätigkeit ausüben. Kantonal wird dabei nur ein bestimmter Prozentsatz der Auslandseinkünfte besteuert (5 – 20 %).

Zu den Einkünften aus ausländischer Quelle zählen:


- Erträge aus Handelstätigkeit im Ausland

- Lizenzgebühren für die Nutzung von Rechten im Ausland

- Gebühren für im Ausland erbrachte Leistungen

Unter gewissen Voraussetzungen können Gesellschaften, die zwar in der Schweiz eine Geschäftstätigkeit ausüben, diese jedoch untergeordnete Bedeutung hat, vom Status der so genannten gemischten Gesellschaft profitieren. Dabei werden die Auslandeinkünfte ebenfalls reduziert besteuert.


8.4 Holdinggesellschaft

Der Holdingstatus kann von Gesellschaften beantragt werden, die zur Hauptsache Beteiligungen halten und keine Geschäftstätigkeit in der Schweiz ausüben. Um diesen Status beantragen zu können, muss die Gesellschaft mindestens eine der folgenden Bedingungen erfüllen:

- Mindestens 2/3 der Aktiven sind Beteiligungen an Tochtergesellschaften

- Mindestens 2/3 der gesamten Erträge stammen aus solchen Beteiligungen

- Holdinggesellschaften sind von den kantonalen und kommunalen Steuern befreit, mit Ausnahme der Erträge aus Grundeigentum.